Eine Kundin fotografiert die Rückseite ihres Shampoos, lädt das Bild in eine App – und liest: «viel Chemie». Eine andere App nennt dasselbe Shampoo «Naturkosmetik pur». Sarah Lindt, Haarwuchs-Spezialistin und YELASAI Trainerin, wollte von Gründer Gianni Coria wissen, wie das sein kann, was wirklich in seiner Pflege steckt – und was Verantwortung für Menschen in jeder Lebensphase bedeutet.
Ein Gespräch von Sarah Lindt, Haarwuchs-Spezialistin und YELASAI Trainerin, Haarbutik
Gianni Coria hat solche Geschichten schon oft gehört. Seit 2010 entwickelt er in der Schweiz Pflege für Kopfhaut und Haar, die es nicht im Handel gibt – sondern bei ausgebildeten Haarwuchs-Spezialistinnen und -Spezialisten und direkt im eigenen Shop. Wenn er über Inhaltsstoffe spricht, dann nicht wie jemand, der etwas verteidigen muss, sondern wie jemand, der jede Zutat selbst ausgewählt hat.

Herr Coria, eine App bewertet Ihr Shampoo als «viel Chemie». Ärgert Sie das?
«Ärgern ist das falsche Wort. Ich verstehe, woher es kommt. Die meisten Apps und auch viele KI-Chats lesen nur die Namen auf der Inhaltsliste. Sie wissen nicht, wie viel von einem Stoff im Produkt ist – und sie wissen nicht, in welcher Qualität wir ihn einsetzen. Genau darauf kommt es an. Eine Inhaltsliste zeigt die Reihenfolge, aber weder die Menge noch die Qualität.»
«Eine App kennt weder die Menge noch die Qualität der Rohstoffe. Genau die entscheiden, wie gut ein Produkt ist.»Gianni Coria
Warum steht die Menge nicht auf dem Etikett?
«Weil sie zur Rezeptur gehört. Die genaue Dosierung ist das Wissen, das ein Produkt ausmacht – das veröffentlicht kein Hersteller. Für die Apps heisst das aber: Sie rechnen sicherheitshalber mit dem ungünstigsten Fall. Würden sie unsere Dosierung kennen, würden sie vieles ganz anders bewerten.»
Und die Qualität?
«Die sieht man auf keinem Etikett. Zwei Produkte können denselben Namen auf der Liste haben und trotzdem ganz verschiedene Rohstoffe enthalten. Unser Beinwell zum Beispiel ist PA-gereinigt – also von bestimmten natürlichen Pflanzenstoffen befreit, die man in der Pflege nicht haben möchte. Auf der Inhaltsliste steht trotzdem einfach ‹Symphytum Officinale›. Eine App kann diesen Unterschied nicht erkennen. Sie bewertet ein Wort, nicht einen Rohstoff.»
Am häufigsten markieren die Apps Namen wie Citral, Limonene oder Linalool. Was hat es damit auf sich?
«Das sind natürliche Bestandteile der ätherischen Öle, mit denen wir unsere Produkte beduften. Lavendel enthält von Natur aus Linalool, Zitrone enthält Limonene. Das Gesetz schreibt vor, dass diese Bestandteile einzeln auf dem Etikett stehen, sobald ein sehr niedriger Schwellenwert erreicht ist. Das ist eine Pflichtangabe für Menschen mit einer bekannten Duftstoffallergie – kein zusätzlicher Stoff.»
Ein Punkt liegt ihm dabei besonders am Herzen: «Unsere ätherischen Öle sind fein und optimal dosiert – gerade so viel, wie es für einen natürlichen Duft braucht. Die App sieht nur den Namen, nicht wie wenig davon drin ist.»

Ein zweites Warnwort ist «Sulfat». Ihr Shampoo enthält Sodium Coco-Sulfate.
«Ja, und das sagen wir auch offen. Wenn Menschen ‹sulfatfrei› lesen, meinen sie in der Regel SLS und SLES – zwei kräftige Waschsubstanzen, die in vielen günstigen Shampoos stecken. Die enthalten wir nicht. Sodium Coco-Sulfate ist ein Waschtensid aus Kokos und auch in den Naturkosmetik-Standards zugelassen. Bei uns reinigt in erster Linie ein Zuckertensid, und die Begleittenside machen das Ganze noch milder. Deshalb ist unser Shampoo mild genug für die ganze Familie.»
Und die Konservierungsstoffe?
«Jedes Produkt, das Wasser enthält, muss nach dem Öffnen vor Keimen geschützt werden. Sonst wäre es nach kurzer Zeit verdorben. Wir setzen auf naturidentische Stoffe, wie sie auch in Lebensmitteln vorkommen und in zertifizierter Naturkosmetik zugelassen sind. Unsere Öle und Kräuterpulver enthalten kein Wasser – die brauchen gar keine Konservierung.»
Was steckt denn eigentlich in Ihrer Pflege?
Hier wird Gianni Coria lebhaft. Er erzählt vom fermentierten Kräuterauszug aus Steinpilz, Frauenhaarmoos und Beinwell, der in fast allen flüssigen YELASAI Produkten steckt. «Dieses Ferment reift 36 Monate. Das ist für uns kein Rohstoff, das ist das Herzstück.» Dazu kommt ein Kräuterkomplex aus bis zu fünfzehn Pflanzen – Birke, Brennnessel, Rosmarin, Kamille, Damaszener Rose und andere. «Jede Pflanze muss einzeln genannt werden. Darum sind unsere Listen so lang. Nicht weil viel Chemie drin ist, sondern viel Pflanze.»
«Unsere Listen sind lang – nicht weil viel Chemie drin ist, sondern viel Pflanze.»Gianni Coria
Doch für Gianni Coria zählt nicht nur, was in der Flasche steckt – sondern vor allem, für wen sie gedacht ist.

Verantwortung für jeden Menschen im Salonstuhl
Wer sitzt eigentlich bei Ihren Spezialistinnen im Salonstuhl?
«Das ganze Leben», sagt Gianni Coria und lächelt. «Kinder, die mit ihrer Mutter kommen. Jugendliche, die sich in ihrer Haut gerade nicht wohlfühlen. Frauen und Männer in jedem Alter – nach einer Geburt, in den Wechseljahren, mitten im Berufsleben oder im Ruhestand. Menschen, die eine schwere Zeit hinter sich haben oder gerade mittendrin stecken. Und Frauen, die schwanger sind oder stillen und besonders genau hinschauen, was sie verwenden.»
Diese Vielfalt ist für ihn der eigentliche Massstab. Eine Pflege, die nur für eine bestimmte Gruppe funktioniert, wäre für YELASAI zu wenig.
«Bei uns sitzen Kinder, Teenager, Mütter, Väter und Grosseltern im Salonstuhl. Für jeden von ihnen muss unsere Pflege stimmen.»Gianni Coria
Was bedeutet Verantwortung für Sie ganz konkret?
«Dass wir bei jedem Rohstoff zwei Fragen stellen: Ist er sanft? Und bringt er Haut, Kopfhaut und Haar einen echten Nutzen? Nur wenn beides stimmt, kommt er in unsere Rezeptur. Unser Ziel ist eine Pflege, die das Milieu der Kopfhaut im Gleichgewicht hält, ohne sie zu belasten.»
Deshalb, erklärt er, verzichtet YELASAI auf Silikone, Parabene, Mineralöl und Hormone – und setzt stattdessen auf milde Tenside, pflanzliche Öle, fermentierte Kräuter und eine Dosierung, die bis ins Detail abgestimmt ist. «Sanft heisst bei uns nicht wirkungslos. Sanft heisst: Die Kopfhaut bekommt, was ihr guttut, und nichts, was sie unnötig fordert.»
«Sanft heisst bei uns nicht wirkungslos. Sanft heisst: Die Kopfhaut bekommt, was ihr guttut – und nichts, was sie unnötig fordert.»Gianni Coria
Und wenn eine Kundin schwanger ist oder stillt?
«Dann gratulieren wir zuerst einmal von Herzen», sagt er. «In dieser Zeit wünschen sich viele Frauen eine Pflege, die einfach guttut und nicht belastet. Unsere Spezialistinnen stellen die Pflege in dieser Lebensphase bewusst sanft und rein äusserlich zusammen – zum Beispiel mit dem milden Shampoo, dem Tonic und dem Spray. Niemand soll sich in dieser besonderen Zeit Sorgen um seine Haarpflege machen müssen.»
Und bei Kindern?
«Unser Shampoo und unser Conditioner sind so mild, dass sie schon bei den Kleinsten verwendet werden können. Bei Kindern ist oft weniger mehr: sanft waschen, sanft pflegen, sanft bürsten. Wenn Eltern unsicher sind, nimmt sich die Spezialistin gern Zeit für ihre Fragen.»
Viele Menschen kommen auch in schwierigen Lebensphasen zu Ihnen.
«Ja, und gerade dann zählt die Haltung mehr als jedes Produkt», sagt Gianni Coria leise. «Wer eine belastende Zeit erlebt, braucht keine grossen Versprechen, sondern Behutsamkeit, Würde und jemanden, der zuhört. Dafür haben wir Partnerinnen, die eigens für diese Begleitung geschult sind. Die Pflege ist dann vor allem eines: ein Stück Wohlbefinden und Normalität.»
Sorgfalt, die man nicht sieht
Verantwortung beginnt für YELASAI lange bevor eine Flasche im Salon steht. Die Rohstoffe werden nach Qualität ausgewählt – nicht nach dem günstigsten Preis. Das Kräuterferment reift 36 Monate. Die Konzentrate werden chargengenau dokumentiert, und hergestellt wird in der Schweiz.
Und Verantwortung endet auch nicht beim Verkauf. «Am Anfang steht immer der Blick auf die Kopfhaut», sagt Gianni Coria. «Erst wenn die Spezialistin versteht, was die Kopfhaut braucht, wählt sie die Pflege. Und dann begleitet sie die Kundin über Monate, hält Fortschritte in Bildern fest und passt die Pflege an, wenn sich etwas verändert. Das ist Sorgfalt, wie wir sie verstehen.»
Warum verkaufen Sie nicht einfach in der Drogerie?
«Weil eine Flasche im Regal niemandem zuhört. Bei uns beginnt alles mit der Kopfhaut. Eine ausgebildete Spezialistin schaut sie sich an, wählt die passende Pflege und begleitet die Kundin über Monate. Analyse statt Raten. Diese Begleitung ist der eigentliche Unterschied – und die kann keine App leisten.»
Was raten Sie einer Kundin, die mit einem App-Urteil zu ihrer Spezialistin kommt?
«Die Warnung als Hinweis zu lesen, nicht als Urteil. Eine rote Markierung heisst nur: Dieser Name steht auf einer Liste. Wer eine bekannte Unverträglichkeit hat, findet den Stoff dank der Pflichtangabe sofort auf dem Etikett – genau dafür ist sie da. Und dann einfach fragen. Unsere Spezialistinnen kennen jedes Produkt und sehen die Kopfhaut. Das ist mehr wert als jede Wortliste.»
«Eine rote Markierung heisst nur: Dieser Name steht auf einer Liste. Fragen Sie Ihre Spezialistin – sie sieht Ihre Kopfhaut.»Gianni Coria
Kurz erklärt
- Eine Inhaltsliste (INCI) nennt die Stoffe, aber weder ihre Menge noch ihre Qualität. Apps und KIs bewerten deshalb oft strenger als nötig.
- Citral, Limonene, Linalool & Co. stammen aus natürlichen ätherischen Ölen und sind eine gesetzliche Pflichtangabe. Sodium Coco-Sulfate ist ein Kokos-Tensid, nicht SLS oder SLES.
- Jeder Rohstoff muss sanft sein und Haut, Kopfhaut und Haar nützen – ohne Silikone, Parabene, Mineralöl und Hormone.
- Für alle Lebensphasen gedacht: von Kindern bis zu Grosseltern, in Schwangerschaft und Stillzeit bewusst sanft und äusserlich.
- Die vollständigen Inhaltsstoffe stehen auf jeder Produktseite und auf dem Etikett.
Sie möchten wissen, welche Pflege zu Ihrer Kopfhaut passt? Eine Haarwuchs-Spezialistin in Ihrer Nähe berät Sie persönlich.
Spezialistin findenDas Shampoo ansehenHäufige Fragen
Inhaltsstoffe & Verträglichkeit
Warum bewerten Apps dasselbe Shampoo so unterschiedlich?
Inhaltsstoff-Apps und KI-Chats bewerten meist nur die Namen auf der Inhaltsliste. Weder die Menge eines Stoffes noch die Qualität des tatsächlich verwendeten Rohstoffs steht dort – beides ist Teil der Rezeptur. Weil Dosierung und Qualität unbekannt sind, rechnen viele Programme mit dem ungünstigsten Fall.
Ist das YELASAI Shampoo für Kinder geeignet?
Ja. Das Ayurveda Hair Active Shampoo ist sehr mild und für die ganze Familie gedacht.
Ist die YELASAI Pflege in der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet?
In dieser Lebensphase stellen die YELASAI Haarwuchs-Spezialistinnen die Pflege bewusst sanft und rein äusserlich zusammen – zum Beispiel mit dem milden Shampoo, dem Tonic und dem Spray.
Haarwuchs-Spezialistin & Beratung
Was macht eine YELASAI Haarwuchs-Spezialistin?
Sie schaut sich zuerst die Kopfhaut mit einer Mikrokamera in 50- bis 200-facher Vergrösserung an. Daraus stellt sie ein persönliches Pflegekonzept für zuhause zusammen und pflegt die Kopfhaut auch im Salon, etwa mit einer ayurvedischen Kopfhautmassage oder einer Tiefenreinigung. Danach begleitet sie ihre Kundin über Monate und hält die Veränderungen in Vergleichsbildern fest.
Wozu brauche ich die Beratung einer Spezialistin?
Weil man von aussen selten erkennt, was die Kopfhaut braucht. Ist sie fettig, trocken, gereizt oder mit Ablagerungen belegt, braucht sie jeweils eine andere Pflege – unter der Mikrokamera wird das sichtbar. Und weil die Spezialistin über Monate begleitet, sieht man auch, was sich verändert. Für erste Fragen gibt es auf yelasai.com einen KI-Chat, dem man auch ein Foto der Kopfhaut schicken kann.
Stellt die Haarwuchs-Spezialistin eine Diagnose?
Nein. Die Kopfhautanalyse ist eine kosmetische Auswertung: Sie zeigt, wie es um Kopfhaut, Haarwurzeln und Haardichte steht, und ist die Grundlage für die passende Pflege. Wer bereits eine ärztliche Diagnose hat, kann die Pflege parallel dazu beginnen – die Kopfhaut lässt sich immer pflegen.
Ist YELASAI dasselbe wie eine Haarklinik?
Nein. In einer Haarklinik behandeln Ärztinnen und Ärzte oder verpflanzen Haare. YELASAI ist eine Schweizer Marke für Kopfhaut- und Haarpflege mit einem Netzwerk von über 290 gelisteten Haarwuchs-Spezialistinnen und -Spezialisten in Salons. Ihr Bereich ist die kosmetische Pflege der Kopfhaut – auch begleitend, wenn jemand in ärztlicher Behandlung ist.
Kann ich YELASAI nach einer Haartransplantation verwenden?
Ja. Sobald die Kopfhaut nach dem Eingriff gut verheilt ist – in der Regel nach rund drei Monaten –, kann die Pflege beginnen, auch wenn die Transplantation schon Jahre zurückliegt. Sie pflegt die Kopfhaut und das eigene Haar rund um die verpflanzten Bereiche. In den ersten Wochen nach dem Eingriff gelten die Pflegehinweise der Klinik.
Ausbildung, Kosten & Bezug
Wer kann die Ausbildung zur Haarwuchs-Spezialistin machen?
Die Ausbildung richtet sich an Coiffeusen und Coiffeure, Friseurinnen und Friseure sowie Head-Spa-Fachleute. Medizinisches Vorwissen braucht es nicht. YELASAI bildet seit 2010 in drei Modulen aus, nach Modul 3 gibt es das Zertifikat. Über 1000 Fachleute haben die Ausbildung bereits gemacht.
Ist das teuer?
Die Preise der Pflegeprodukte stehen offen im YELASAI Shop. Die Kopfhautanalyse und die Anwendungen im Salon sind Leistungen der Partnersalons – den Preis legt jeder Salon selbst fest. Ein Angebot erhalten Sie direkt bei der Spezialistin in Ihrer Nähe.
Wo kann ich YELASAI Produkte kaufen?
YELASAI gibt es nicht im Handel – weder im Drogeriemarkt noch auf Verkaufsplattformen. Die Pflege bekommen Sie bei ausgebildeten Haarwuchs-Spezialistinnen und -Spezialisten in der Schweiz, in Deutschland und Österreich, mit Kopfhautanalyse, Pflegeplan und Begleitung über Monate – oder direkt im YELASAI Online-Shop. Die nächste Spezialistin finden Sie im Spezialisten-Finder auf yelasai.com.