Interview mit CEO & Gründer Gianni Coria

Interview mit CEO & Gründer Gianni Coria

Hier spricht Bea Rosenbaum von Energetik Haar mit unserem CEO & Gründer Gianni Coria über Haarausfall, Kopfhautpflege und ganzheitliche Ansätze im Umgang mit Haarveränderungen.

Bea: Ich freue mich sehr, euch heute hier begrüßen zu können und habe einen Gast mitgebracht, den Gianni Coria. Hallo, lieber Gianni! 

Gianni: Hallo, liebe Bea, freut mich sehr, heute bei dir zu sein und mit deiner Community zu sprechen. 


Bea: Ja, wir kennen uns jetzt schon einige Jahre und haben wirklich eine sehr enge Verbindung, sind immer wieder im Austausch. Ich möchte mit diesem Video erreichen, dass man dich als Mensch mal kennenlernt, wer da im Hintergrund eigentlich am Wirken ist. Gianni, was machst du beruflich? Wie kommst du dazu, das zu machen? 


Gianni: Mein Start mit dieser ganzen Haargeschichte war vor mittlerweile 16 Jahren.

Ich hatte damals eine Praxis für Tiefenpsychologie und eine Dame mittleren Alters kam zu mir und hat gesagt: "Gianni, ich kann so nicht mehr weiterleben." Und ich habe gedacht: Äh, um was geht's? Was hast du für ein, für ein Problem?

Und dann hat sie hier ihre Haare hochgehalten, der halbe Kopf war kahl und sie war eineinhalb Jahre in schulmedizinischer Begleitung und nach eineinhalb Jahren hat man zu ihr gesagt: "Ja, das ist jetzt nicht so schlimm. Wir können dir nicht mehr helfen und es ist nur ein Schönheitsfehler."

Und sie sagt zu mir: "Ich kann so nicht mehr weiterleben." Und das hat mich extrem getriggert. Da habe ich gesagt: Wow, das ist ja, also die Gegensätze schon, oder?

Also die Medizin sagt, ist nicht so schlimm und sie sagt, ich kann so nicht mehr weiterleben!?

Da habe ich gesagt: Hey, da will ich helfen.

Ich hatte immer in meiner Vergangenheit Projekte geführt und Probleme gelöst. Ich wusste, ich will dieser Dame helfen und habe mich mit dem Thema Kopfhaut beschäftigt und musste feststellen, dass klassische Friseure praktisch kein Wissen über Kopfhaut haben, geschweige von Kopfhautpflege.

Viele haben davon vielleicht schon einmal gehört, aber was tatsächlich im Hintergrund passiert, welche Prozesse ablaufen und wie man diese Prozesse begleiten kann – dieses Wissen fehlte oft.

Damals habe ich bei dieser Kundin Produkte angewendet, die auf ayurvedischen Prinzipien basieren. So bin ich überhaupt erst mit diesem Ansatz in Berührung gekommen und wir haben begonnen, sie konsequent umzusetzen. Obwohl sie zuvor eineinhalb Jahre lang keinerlei Veränderung erlebt hatte und mit der Aussage entlassen worden war, dass dort nie wieder Haare wachsen würden, zeigten sich nach etwa 3 Monaten die ersten feinen Haare.

Nach 8 Monaten war die kahle Stelle geschlossen, und nach rund anderthalb Jahren hatte sie wieder ihre normale Haarlänge erreicht. Das war etwa 2011/2012, als dieser Prozess abgeschlossen war.

Und selbst heute – Ende 2025 – hat sie dort keinen weiteren Haarverlust erlebt. Die Haare sind geblieben, auch in herausfordernden Zeiten. Zwischendurch hatte sie andere körperliche Belastungen, auch Medikamente und trotzdem sind die Haare geblieben.

Und das ist das Schöne an unserer Arbeit: Wir haben gesehen und erkannt, was es braucht, um Menschen in ein anderes Gefühl und in eine andere Lebensqualität zu begleiten.

Genau deshalb habe ich damals, 2012, gesagt: Ich möchte Friseure in der Kopfhautpflege ausbilden. Ich möchte sie zu Haarwuchs-Spezialisten ausbilden, damit wir für viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Kopfhautthemen eine Stütze sein können und sie begleiten können und ihnen zeigen, wie man die Kopfhaut bewusst pflegt.

Ich vergleiche das immer mit den Zähnen... du hörst ja nicht auf, dir die Zähne zu putzen, nur weil du ein Loch hast? Im Gegenteil, dann wirst du noch bewusster, um weitere Probleme zu vermeiden. Kindern sagen wir jeden Abend: Erst Zähne putzen, dann ins Bett. Da sind wir sehr konsequent.

Und bei der Kopfhaut? Da heißt es oft "Ach, ein bisschen Shampoo reicht schon." Oder wenn sich jemand regelmäßig bürstet: „Jetzt bist du aber eitel.“ Dabei ist das bewusste Körperpflege und die beginnt eben schon bei der Kopfhaut.

Genau das machen wir mit den Haarwuchs-Spezialist/innen ganz bewusst. Das Ziel ist es, dass wir überall Haarwuchs-Spezialisten haben, die Menschen bewusst begleiten. 

Ich habe auch mal eine Kundin gehabt, die hat eine Kopfhautanalyse gebucht, man hat ihr gesagt, was sie alles tun soll. Sie hat zu Hause ihre Haarpflege konsequent umgesetzt und nach etwa einem Jahr kam sie wieder zu einer Kopfhautanalyse.

Sie setzte sich in den Stuhl und sagte zu mir: „Gianni, es ist nichts passiert. Ich habe alles genauso gemacht, wie du es mir gesagt hast und es ist nichts passiert.“

Zum Glück hatten wir die Startbilder dieser Kundin. Ich habe erneut Bilder gemacht und ihr die Vorher- und Nachher-Aufnahmen nach einem Jahr gezeigt.

Als sie die Bilder sah, kamen ihr fast die Tränen. In diesem Jahr war unglaublich viel passiert, sie hatte es nur selbst nicht wahrgenommen. Sie hatte jeden Tag in den Spiegel geschaut und sich nach und nach an das neue Bild gewöhnt, ohne die Veränderung bewusst zu sehen.

Erst durch den direkten Vergleich wurde ihr klar, wie viel sich tatsächlich verändert hatte. Sie war überglücklich. Dieser Moment war unglaublich berührend... den vergesse ich bis heute nicht.

Bea: Dazu habe ich eine Frage, denn auch deine erste Kundin kam ursprünglich zu dir, weil sie durch den Haarausfall psychisch sehr belastet war, oder?

Wie siehst du den Zusammenhang zwischen der Psyche – oder der Seele, wie wir es nennen wollen – also der Gefühlswelt, den Emotionen und den Haaren? Welche Beobachtungen hast du dazu gemacht?

Gianni: Also man muss natürlich sagen, dass jede Trauer, die geht auf die Nerven. Also im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist ein nervliches Problem, weil du die Nerven überlastest mit negativen Informationen. Und so sind unsere Nerven immer in der Anspannung und es gibt keine andere Körperstelle am Körper, die so viele Nervenbahnen hat wie unsere Kopfhaut. Also unsere gesamte Gefühlswelt, ob Trauer, ob Glück, die findet auf der Kopfhaut statt und kann sich in dieser Form widerspiegeln.

Ein unerwartetes Ereignis, das einen tief im Herzen trifft, kann sich auch auf die Haare auswirken.

Ich erzähle hier gern von einem elfjährigen Mädchen, das ich kennengelernt habe und das plötzlich keine Haare mehr hatte. Ihre Eltern befanden sich in einer Scheidung. Das Mädchen lebte bei der Mutter. Nachdem die Scheidung abgeschlossen war, rief sie eines Tages ihren Vater an und fragte: „Papa, wann darf ich zu dir kommen?“

Und der Vater antwortete: „Du bist jetzt nicht mehr meine Tochter.“

Diese Aussage – im Grunde nur eine Information – hatte eine enorme Wirkung. Natürlich ist er ihr leiblicher Vater. Aber diese Information, „Ich bin nicht mehr dein Vater“, führte dazu, dass dem Mädchen alle Haare ausfielen.

Daran sieht man, wie eng Nerven und Haare miteinander verbunden sind. Unser Nervensystem reagiert auf solche emotionalen Schocks sehr stark. Wenn das Nervenkostüm dichtmacht, entstehen Folgereaktionen, unter anderem kann auch die Versorgung der Haare beeinträchtigt sein.

Nerven und Haare sind sehr eng gekoppelt. Das sehen wir auch im Alltag:
Wenn du einen Raum betrittst und plötzlich das Gefühl hast, „Hier stimmt etwas nicht“, und dir stellen sich die Haare auf. Oder bei einem besonders schönen Moment, bei dem man sagt: „Da stellen sich mir die Haare auf.“

Es ist immer eine nervliche Reaktion. Die Haare reagieren auf Gefühle, auf Eindrücke, auf Emotionen. Man kann fast sagen: Haare sind auch Antennen.

Berührungen der Haare oder der Kopfhaut haben einen direkten Einfluss auf unser Nervensystem. Alles ist miteinander verbunden.

Und wenn jemand die Haare oder die Kopfhaut achtsam berührt, fühlt sich das sofort angenehm an, wir entspannen uns und fühlen uns wohl. Daran sieht man, wie eng Nerven und Haare miteinander verbunden sind.

Gerade heute erleben viele Menschen viel Anspannung und Stress. Oft hört man den Ausdruck: „Die Nerven liegen blank.“

Dieses „blanke Nervenkostüm“ ist häufig eine Form von innerer Verspannung im Nervensystem. Und genau deshalb ist es wichtig, hier wieder Lockerung hineinzubringen und das Nervensystem zu entspannen, zu öffnen und zu entlasten.

Eine bewusste, aktive Kopfhautpflege kann dabei eine begleitende Rolle spielen. Sie ist im Grunde eine natürliche Folge daraus, den Körper wieder in ein besseres Gleichgewicht zu bringen.

Bea: Jetzt haben wir schon ein paar Mal über Kopfhautpflege gesprochen, auch über ayurvedische Ansätze. Aber es gibt sicher Zuschauer/innen, die davon bisher noch nichts gehört haben.

Vielleicht fangen wir deshalb ganz am Anfang an:
Wenn jemand zuschaut und sich fragt:
Habe ich wirklich Haarausfall? Und: Kann man bei meiner Form von Haarausfall überhaupt etwas tun?

Magst du einen kurzen Überblick geben, welche Arten von Haarausfall es gibt und inwiefern eine kopfhautorientierte Pflege hier eine Rolle spielen kann?

Gianni: Ob es sich um stressbedingten Haarausfall handelt, um Veränderungen durch eine unausgewogene Nährstoffversorgung oder um erblich bedingten Haarausfall – auf der Kopfhaut zeigt sich immer ein Bild.

Deshalb sage ich: Wenn du den Eindruck hast, dass sich etwas verändert oder sich die Kopfhaut „komisch“ anfühlt, dann vereinbare einen Termin bei einem Haarwuchs-Spezialisten. Mithilfe einer Mikrokamera kann die Kopfhaut sichtbar gemacht werden, sodass man nachvollziehen kann, was gerade stattfindet.

Wenn man diese Bilder auf einem großen Bildschirm sieht, entsteht oft ein Aha-Moment: „Ah, das passiert gerade.“ Dann stellt sich die nächste wichtige Frage: Wie kann ich meine Kopfhaut in diesen Prozessen pflegend begleiten?

Das sind keine Endzustände. Es zeigt vielmehr, dass der Körper arbeitet. Und genau hier kann Pflege ansetzen – unterstützend, begleitend und auf den aktuellen Zustand abgestimmt.

Wichtig ist auch, über Zeiträume zu sprechen. Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Wir erklären deshalb, in welchen Zyklen sich Haar und Kopfhaut entwickeln und dass Pflege Geduld braucht. Oft zeigen sich erste Veränderungen schrittweise, noch bevor sie äußerlich deutlich sichtbar werden.

Unabhängig von der Form des Haarausfalls ist es wichtig zu wissen: Man ist diesen Prozessen nicht einfach ausgeliefert. Pflege kann ein begleitender Baustein sein.

Auch in besonderen Lebenssituationen, etwa bei medizinischen Belastungen, zeigt sich, wie wichtig ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper ist. Wenn Menschen wahrnehmen, dass ihr Körper reagiert und sich verändert, entsteht oft neue Zuversicht und Lebensqualität.

Genau darum geht es mir: Bewusstsein zu schaffen.

Es braucht nicht immer sofort Medikamente. Manchmal braucht es zuerst Pflege, Aufmerksamkeit und Verständnis für den eigenen Körper. So wie wir unsere Zähne pflegen, auch wenn wir ein Loch haben, sollten wir lernen, die Kopfhaut bewusster zu pflegen und nicht nur Shampoo zu benutzen.

Bea: würdest du jetzt auch, dass wenn man täglich die Haare aus der Bürste nimmt und die anfängt zu zählen, eher nicht empfehlen, oder? 

Gianni: Wenn jemand sehr starken Haarausfall hat und bereits sichtbare Lücken entstehen, dann ist das für die Betroffenen meist ohnehin spür- und sichtbar.

Wenn sich der Haarausfall jedoch über längere Zeit nicht verbessert, kann es sinnvoll sein, über ein bis zwei Wochen hinweg die ausgefallenen Haare zu sammeln und diese anschließend einem Haarwuchs-Spezialisten zu zeigen.

So lässt sich gemeinsam besser einordnen, wie viel Haar tatsächlich ausfällt und ob der Umfang im Verhältnis auffällig ist.

Das ganze Interview findest du hier: https://www.youtube.com/watch?v=rKKAVsFbBck